Propsteichor

Die Pflege der Kirchenmusik in der St. Remigius-Gemeinde hat eine lange Tradition. Sie ist bis auf das Jahr 1433 zurückzuverfolgen und hat ihren Ursprung in der Gründung des Borkener Kapitels durch Johann Walling. Jahrhundertelang haben die Schüler der Borkener Lateinschule in der St. Remigius-Kirche die Liturgie gesungen.

Entsprechende liturgische Texte, Hymnen und Psalmen aus dem 15. Jhdt. sind archiviert und als Pergamentbände noch heute erhalten.

Seit 1870 besteht ein Pfarrchor in St. Remigius, der damals noch als Cäcilienverein erwähnt wurde und ein reiner Männerchor war. 1925 wurde der Chor um Damenstimmen erweitert. Am Ostersonntag, dem 1. April 1934, erhob Bischof Clemens August Graf von Galen die Pfarrkirche St. Remigius zur Propsteikirche. Daraufhin erfolgte auch die Umbenennung des Chores in den heutigen Namen „Propstei-Chor“.

Pergolesis Stabat Mater

Das starke Stück: Pergolesis berühmtes „Stabat Mater“ in St. Remigius um 16.30 Uhr

Borken. Er wurde nur 26 Jahre alt und war doch schon zu Lebzeiten eine Legende. Das italienische

Genie Giovanni Battista Pergolesi war Zeitgenosse Bachs und Händels. Kurz vor seinem

Tode am 16.03.1736 komponierte er „sein“ Stabat Mater, das sich rasend schnell in der Welt

verbreitete und sich in den Reigen der konfessionsübergreifend am meisten aufgeführten barocken

Werke reiht. Von der Besetzung her verlangt es zwei Solostimmen, Streicher und Orgel.

Auch 282 Jahre nach der Uraufführung ist das einmalige Werk in Borken noch nicht aufgeführt

worden. Aus diesem Grund bringt die Propsteimusik St. Remigius dieses mit großer Freude am

Palmsonntag-Nachmittag, 25. März 2018 um 16.30 Uhr zu Gehör.

Zu den Ausführenden zählt die junge Borkener Sopranistin Annika Stegger, die in der ChorSingSchule St. Remigius ihre erste sängerische Ausbildung erhielt und über viele Jahre im Kammerchor der Mädchenkantorei gesungen hat. Heute ist sie neben ihrem Gesangsstudium Mitglied in vielen deutschen Spitzenensembles wie der Kölner Akademie, dem Deutscher Jugend Kammerchor, dem Kammerchor Stuttgart sowie der Akademie vom Berliner Rundfunkchor.

Mit ihren gerade 25 Jahren hat sie bereits auf einige beeindruckende Engagements verweisen,

u.a. als Solistin beim Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach im vergangenen Jahr

in St. Remigius.

Die Mezzosopranistin Sandra Schares wurde 1989 in Bitburg geboren und erhielt dort eine umfassende musikalische Grundausbildung, zunächst an der Klarinette. Den ersten Gesangsunterricht nahm sie im Alter von siebzehn Jahren bei Ursula Thies in Trier. Sandra Schares ist mehrfache Preisträgerin des Internationalen Meisterkurses für Belcanto sowie Stipendiatin der Dr. Hanns-Simon-Stiftung und des Richard-Wagner-Verbands Trier-Luxemburg. Als Solistin im Oratorienfach konnte sie sich bereits ein breitgefächertes Repertoire erarbeiten. So war sie u.a. in Pergolesis „Stabat Mater“, Saint-Säens „Oratorio de Noel“ und diversen Kantaten und Passionen Johann Sebastian Bachs zu hören. Sandra Schares ist u.a. auch als Gesangslehrerin an der Borkener Musikschule beschäftigt.