22 Frauen und 1 Kanonikus auf den Spuren der Gleichnisse Jesu

Bild: siepmannH / pixelio.de

„Der barmherzige Samariter“ – jedermann kennt dieses Gleichnis aus der Bibel so gut, dass es in unserem Alltag schon sprichwörtlich genutzt wird, um das besondere Verhalten einer Person, die hilft und für andere da ist, zu betonen. Doch was steckt wirklich hinter dieser biblischen Begebenheit. Dieser Frage und anderen Gleichnissen gingen 22 Frauen der Propsteigemeinde St. Remigius auf den Grund. Im Rahmen von Besinnungstagen, die unter dem Motto „Gleichnisse Jesu“ standen, tauchten die Borkenerinnen auf der Nordseeinsel Wangerooge in die Welt der Heiligen Schrift ein.

Die verschiedenen Zugangswege zu diesem Thema bauten Vorbehalte und Zweifel ab: Bildbetrachtungen zu Bildern von Sieger Köder, Rembrandt oder van Gogh oder die selbständige Erarbeitung unbekannter und schwieriger Bibelstellen: Wie ist es zu verstehen, wenn Jesus den Arbeiter, der am wenigsten arbeitet, genauso entlohnt wie die anderen? Passt das in unser Gottesbild? Eifrig diskutierten die Teilnehmerinnen, wie die Gleichnisse der Bibel heute immer noch aktuell sind und uns herausfordern. Immer wieder wurde den Teilnehmerinnen deutlich, dass der Schlüssel zum Verständnis der Bibel im aufmerksamen Lesen und in einer Gesamtschau der biblischen Texte liegt. Hintergrundinformationen erhellten erst, was mitunter beim ersten Lesen unentdeckt bleibt. Besonders spannend wurde es, als die Frauen in Kleingruppen das Gleichnis vom verlorenen Sohn szenisch erarbeiteten. Viele biographische Fragen konnten so aufgegriffen und vertieft werden.

„Es ist erfreulich, dass so viele Frauen an diesem Thema Interesse hatten und sich kreativ eingebracht haben“, berichtet Kanonikus Dr. Oliver Rothe, der die Besinnungstage begleitet hat. „Nachdem wir im vergangenen Jahr auf Wangerooge uns mit Psalmen beschäftigt haben, zeigt die gleichbleibende Nachfrage, dass Frauen die Ruhe der Insel und die Kraft der Heiligen Schrift in der Gemeinschaft erfahren wollten.“