Die Johanneskirche
Die Johanneskirche - im Volksmund "Kleine Kirche" genannt - steht auf den Fundamenten einer um 1200 erbauten Ludgeruskapelle.
1202 wurde sie durch Ritter Werenzo d.Ä. aus der Familie Lon ausgestaltet und mit Einkünften ausgestattet, um einen eigenen Geistlichen zu unterhalten. Im gleichen Jahr weihte sie Bischof Hermann II. von Münster und erhob sie zur Filiale der Borkener Mutterkirche St. Remigius.
Im Jahr 1263 erhiel Werenzo d.J. - ein Enkel des Stifters - Eigentum an der Kirche. Als Mitglied des Johanniterordens brachte er die Kirche in diese Gemeinschaft ein.
Die Anwesenheit der Johanniter in Borken wird in den Jahren 1263 - 1658 durch verschiedene Urkunden belegt. In diesen Jahren ist die Johanneskirche die Kirche desdazugehörigen Klosters des Johanniterordens.
Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) erlitten Kirche und Kloster starke Schäden, das Kloster blieb bis 1651 durch die Hessen besetzt.
1658 übernahmen die im Jahre 1629 in Borken ansässig gewordenen Kapuziner Kirche und Kloster, beseitigten die Schäden, so dass die Kirche 1659 durch den Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen neu geweiht werden konnte. Durch den Chur-Brandenburgischen Geheimen Rat Dr. Georg Rave aus Schermbeck erfolgte 1671 die Stiftung einer an der Südseite angebauten Kapelle, der Ursula-Kapelle.
Die Kapuzinerpatres ließen 1696 Kirche un Kapelle abreißen und durch den Kaputzinerbruder Ambrosius von Ölde eine Kirche im barocken, heute noch weitestgehend erhaltenem Stil neu erbauen. Im Jahre 1777 erweiterte man die Kirche durch einen Anbau an der Südseite, der als selbständige Kapelle gedacht war und mit einem Gnadenbild der "Mutter vom Guten Rate" der Anbetung diente.
1753 wurde der Borkener Scholaster Jodokus Hermann Nünning - ein Enkel des Dr. Georg Rave - in der Kirche beigesetzt.
Im Zuge der Säkularisation verloren die Kapuziner 1803 Kirche und Kloster, der Besitz ging an das Fürstentum Salm über. 1810 wurde das Fürstentum Teil des französischen Kaiserreiches, das Kloster wurde endgültig aufgehoben. Kirche und Kloster dienten fortan als Magazine bzw. Kaserne des Landwehrbataillons.
Am 18. Juni 1819 erfolgte die Wiedereinrichtung für gottesdienstliche Zwecke.
Mit Hilfe eines Pfennigvereinserwarb die Pfarrgemeinde 1857 das Kirchengebäude für 5026 Taler, 8 Silbergroschen, 3 Pfennige vom preußischen Staat, damit es in Borken als Hilfskirche diene. In den Jahren 1887 - 1897 wurde die Kirche um den Chorraum erweitert und im neugotischen Stil ausgestattet. Durch Entfernung der Trennwand vereinigte man Hauptschiff und Kapelle.
Durch die Bombadierung Borkens im März 1945 erlitt die Kirche starke Schäden. Im Zuge der Renovierung in den Jahren 1954 - 1957 konnte insbesondere durch die Aufstellung wiedergefundener Figuren der barocke Charakter der Kirche hergestellt werden. Abgerundet wurde die Restaurierung durch die Installierung einer 1956 erworbenen Orgel.
Im Jahr 1998 wurde die St. Johanneskirche zwischen Mai und Dezember erneut renoviert. Am 06.11.2001 wurde ein neuer Hochaltar eingeweiht.

Gottesdienste in der Johanneskirche:
siehe Gottesdienstordnung